Von Schlammschlachten, Cowboys und Indianern

Am Wochenende des 18. und 19. Mai machten sich die Strolche auf nach Elisabethfehn zum dort ansässigen Reit- und Fahrverein. Mit 10 Reiterinnen und 6 Pferden traten die Akteure morgens um halb 8 die Reise an, im Hinterkopf die Sintflut der Nacht und die Hoffnung, das Wetter würde am Tag besser sein.

Tag 1

Die Strolche nahmen zum ersten Mal an einem Turnier in Elisabethfehn teil und angesichts der Wetterlage stellten sich alle die Frage, ob der Verein wohl eine Halle habe. Leider wurden alle Hoffnungen bei der Ankunft zerstört. Turnier im Freien, abgesoffene Weide (also keine Parkplätze), vereinzelt noch Regen und eine für weibliche Wesen suboptimale Raumtemperatur. Kurzerhand wurde der Seitenstreifen der angrenzenden Kreisstraße mitsamt Fahrradweg zum Parkplatz umfunktioniert. Leider war der Weg von den Hängern zur Veranstaltung dann relativ weit und mühselig, aber wir machten das Beste daraus. Glücklicherweise hörte es auf zu regnen und über den Tag fielen nur vereinzelt ein paar wenige Tropfen.

Am Wetter kann man nichts ändern. Der RUF Elisabethfehn entschädigte alle Teilnehmer mit einer gut organisierten Veranstaltung. Alle Helfer vor Ort waren sehr nett. Das Turnier wurde stramm durchgezogen und die Reiter wurden gut versorgt. Auch die Richter haben alles gegeben. Das Feeedback an die Reiter war durchweg detailliert und fair und sie haben sich auch große Mühe bei den Formulierungen gegeben. Niemand musste den Platz mit einem schlechten Gefühl verlassen. Alles in Allem ein schönes Turnier und im nächsten Jahr im Kalender anzumerken.

Die starken Regenfälle der Nacht zuvor hatten dem Gelände zugesetzt und so wurde jede Reise von und zu dem Geschehen zu einer kleinen Lederwarenlotterie (blieben die Schuhe mitsamt Socken trocken oder nicht). Glück hatten diejenigen mit Pferd. Die Schuhe blieben für‘s erste trocken und den Pferden war es ziemlich egal, dass der Boden größtenteils eine Wasseroberfläche hatte. Abschließend hierzu sei zu erwähnen, dass wenigsten einer von uns gut vorbereitet zur Veranstaltung erschien:

Heinz hatte Gummistiefel dabei…

Laura Dahlhaus auf Topless
Laura Dahlhaus auf Topless

Inka Peplow, Pia Carina Ringat, Ilka Wendland, Mareke Suur, Frauke Freimuth, Kim Ringat, Hanna und Lena Bolinius, Laura Dahlhaus und Lisa Bärenfänger waren hochmotiviert und stürzten sich in das Turniergeschehen. Ratzfatz war das „Wer reitet was wann auf wem“ geklärt und das Abreitebecken, äh, der Abreiteplatz wurde trockengeritten. Die Dressurreiterprüfungen und die E-Dressur standen als allererstes auf dem Programm und so mussten Laura und Lisa ihre Boliden als erstes warmfahren. Der Rest kümmerte sich derweil darum, dass den restlichen Pferden nicht langweilig wurde.

Bei Abreiten zeigte sich bereits, dass nicht alle Pferde mit der Gesamtsituation einverstanden waren. Lauras Dressurreiter-Kandidatin „Lanka“ hatte bereits nach dem Abladen eine kurze Lagepeilung vorgenommen und dann kurzerhand mit einem knappen „Äh… NÖ!“ entschieden, eher im Esel-Modus zu arbeiten. Im anschließenden Diskussionsreiten konnte Laura nur knapp die Argumentationslinie halten und den permanent steigewilligen Esel halbwegs auf Spur halten. Laura nahm die abschließende (immer noch brauchbare) Wertung gelassen mit den Worten: „Wenn das Pferd schon scheiße läuft, dann muss der Reiter wenigstens gut sitzen.“

Lisa Bärenfänger auf Wastl
Lisa Bärenfänger auf Wastl

Kurz vorher war unser Turniergruppen-Frischling Mareke mit Ihrem Pferd „Wolke“ in den Dressur-Reiter gestartet. Trotz einer guten Vorstellung konnte sich Mareke, wie auch Laura, leider nicht platzieren. Sehr weit weg von den Platzierungen waren beide nicht und das trotz eines sehr großen Starterfeldes. Mareke wird mit wachsender Turnier-Erfahrung sicherlich in Zukunft auch hier Erfolge feiern können. Erfolgreicher lief es bei Lisa im Dressurreiter-Wettbewerb. Bei ihr und „Wastl“ lief alles wie geschmiert und sie konnte sich über einen dritten Platz in der Gesamtwertung freuen. Die anschließende E-Dressur sollte für Laura mit „Topless“ erfolgreicher enden. Laura konnte sich hier über eine Platzierung (5.) freuen und Lisa auf „Wastl“ wieder über einen dritten Rang.

Anmerkung am Rande

Laura, für die Zukunft sollte bei Siegerehrungen wie folgt vorgegangen werden. Wenn ausgerufen wird, ab welcher Wertung man sich einfinden soll, dann 1. realisieren, dass man dabei ist und 2. das Pferd auch mitnehmen. Das macht schon Sinn. Spätestens in der Ehrenrunde. 😉

Ende der Anmerkung – ok war nur Spaß

Mit Beginn der Reiterwettbewerbe mussten die anwesenden Zuschauer, Kampfrichter und Reiter der anderen Vereine dann aber auch lernen, was engagierter Rückhalt der eigenen Leute bedeutet. Die Wertungen und Siegerehrungen wurden von den Strolchen auf den Zuschauerrängen gefeiert. Noch etwas verhalten, doch das sollte sich ändern. An dieser Stelle sei gesagt, dass die Teamleistung in diesem Sinne dazu geführt hat, dass sich jeder während der Prüfung wohl gefühlt hat. Die Strolche zeigten allesamt, was in ihnen steckt. In den durchweg sehr großen Abteilungen landeten alle in den vorderen Platzierungen.

Es ging los mit dem Reiter-Wettbewerb Schritt-Trab-Galopp in den Jahrgängen 1996 bis 1999. Lena auf „Nobody“ und Pia auf „Xerenos“ waren die ersten, die sich auf der Welle der Begeisterung tragen ließen. Lena konnte trotz heftigem Wiederstand der anderen Reiter einen tollen vierten Platz erreichen und heimste die erste der Schleifen mit den schönsten Farben ein. Pia gewann diesen Wettbewerb verdient mit einer tollen Runde und durfte sich dann auf die Siegerrunde vorbereiten.

Nur wenig Menschen, aber eine Riesenstimmung
Nur wenig Menschen, aber eine Riesenstimmung

Zu diesem Zeitpunkt sahen sich die Kampfrichter auch zum ersten Mal genötigt, die Zuschauerleitung zu würdigen. Jede Wertungsverkündung für die Strolche wurde durch den anwesenden Fanclub lautstark begleitet und gefeiert. Der DJ der Ehrenrundenmusik machte zusätzlich den Fehler und spielte eine Schlager. Irgendwas mit „Lasso rausholen“ und „Cowboy und Indianer spielen“. Bernd, seines Zeichens Azubi im Teamsupport, fühlte sich guter Stimmung und in der Lage, das Lied mitzusingen. Blitzschnell infizierten sich alle anderen Strolche am Gesangsfieber und prompt sang und tanzte die Fankurve unisono.

Kim, Frauke und Mareke starteten in derselben Kategorie, jedoch in den Jahrgängen 2000 bis 2003. Pias Schwester Kim stieg als nächste in den Ring und zeigte einen sehr guten Ritt auf einem hochmotivierten „Nobody“, der im Mittelfeld der Abteilung zur Attacke blies. Kim konnte sich über einen zweiten Platz freuen. Die Freude darüber war ihr anzusehen.

Fliegender Wechsel auf „Nobody“. Zufrieden mit seiner Ponyleistung musste Frauke den kleinen Racker nicht lange überreden, noch eine Runde mit ihr hinzulegen. In den Rängen spekulierte Mischar schon mit einem dritten Platz von Frauke, streng den Gesetzen der Serie folgend. Vielleicht lag es auch in der Luft, denn Frauke erreiche tatsächlich einen dritten Platz und freute
sich sehr darüber. Die Nervosität bis zur Wertung war ihr anzusehen und der Support am Rande des Platzes versuchte vehement, ihr ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, was auch schließlich gelang. Daumen hoch, Frauke.

Mareke kann sich auch im Reiter-Wettbewerb über eine tolle Leistung freuen und schaffte in ihrer Abteilung einen tollen vierten Platz auf ihrem Pferd „Wolke“. Der Höhepunkt Ihrer Turnierteilnahme sollte jedoch später im Springen stattfinden.

Der Fanclub startete mittlerweile eine Laola nach der anderen. Einen der Richter ereilte ein gefühlter Hörsturz.

Pia Carina Ringat in Ihrer Ehrenrunde auf Xerenos
Pia Carina Ringat in Ihrer Ehrenrunde auf Xerenos

Es wurde Zeit für die Siegerrunde. Die Sieger jeder bisherigen Abteilungen durften noch einmal direkt gegeneinander antreten. Mit im Ring war Pia mit ihrem geliebtem „Xerenos“. Immer noch hochmotiviert legte Pia einen Ritt in den Sand, dass den Richtern nichts anderes übrig bleiben konnte, als ein „sehr gut“ zu vergeben. Was nicht weniger heißen sollte als 8,0 – Hut ab.

Nach einem zwischenzeitlichen Oldie-Treffen im Parcours waren die Jahrgänge 1993 bis 1998 an der Reihe. Die „alten Hasen“ Hanna, Inka und „nicht die Kim“-Ilka spulten ebenso routiniert Ihre Prüfungen ab. Inka erreichte, vornewegreitend auf Routinier „Topless“ einen tollen dritten Platz. Die Konkurrenz war stark. Innerlich sicherlich aufgeregt, strahlte Inka jedoch eine souveräne Ruhe aus. Nach der Wertung war von Ruhe auf den Zuschauerrängen jedoch nicht mehr zu sprechen. Ilka auf „Xerenos“ ritt ebenfalls konzentriert und in aller notwendigen Ruhe durch die Prüfung. Kurz vor der Prüfung musste Ilka einen Zwischenruf aus der Fan-Meile korrigieren. Dies führte zur permanenten (ggf. vorübergehenden) Umtaufe von Ilka „mein Popo ist schmutzig“ zu Ilka „nicht die Kim“ Wendland.

Dritte im Bunde war Hanna auf „Wastl“. Für sie vielleicht völlig überraschend, für die Zuschauer selbstverständlich, siegte Hanna in Ihrer Abteilung mit einer 1a-Vorstellung und durfte direkt im Anschluss in eine weitere Siegerrunde. „Jetzt erst recht!“ muss Sie sich gedacht haben, denn auf die vorausgegangene 7,0 legte Hanna noch ein Quäntchen drauf und gewann auch die Siegerrunde mit einer hervorragenden 7,4.

Augenzeugen berichten noch heute von niederknienden Strolchen hinter den Absperrungen. Erschöpft begaben sie sich danach in die Mittagspause. Am Nachmittag war das Springen angesagt.

Irgendwie waren nach der Mittagspause zu wenig Helfer anwesend. Unsere Strolche sprangen ein und der Parcours stand in Rekordzeit. Ein paar Mal nach links und rechts gezeigt, ein kleines „hier“ und ein mehrfaches „da“, fertig.

Mareke Suur auf Nobody
Mareke Suur auf Nobody

Wie schon erwähnt, sollte Mareke im Springreiter-Wettbewerb zur ihrer ersehnten Platzierung kommen. Nein, nicht nur platziert, sondern gewonnen. Erste von fünfzehn. Routinier „Nobody“ lies sich nur allzu gerne durch die Stangen dirigieren. Pia konnte im selben Wettbewerb mit einem dritten Platz zufrieden sein. Im nachfolgenden E-Springen musste sie nochmal ran und konnte auch hier in einem 30 Starter zählendem Feld einen sehr guten dritten Platz erreichen. Laura musste diesmal noch auf eine Teilnahme im E-Springen verzichten. Springenthusiast „Lanka“ musste ihre neuen Schuhe erst noch einlaufen (Lankas Mama wollte das so).

Tag eins: Haken dran. Material und Pferde einsammeln, ab ins Auto und ab in die Heimat. Am nächsten Tag mussten einige aber noch ran. Jump & run.

Tag 2

Laura Dahlhaus auf Xerenos
Laura Dahlhaus auf Xerenos

Das „Jump & run“ war geprägt von der alten Weisheit „Die letzten werden die ersten sein“. Die Rahmenbedingungen waren abgesteckt. Eine sprang mit Pferd, eine ohne, dafür mit Löffel und Ei. Laura auf „Xerenos“ und Kim (nicht die Ilka) mussten als erste ran und das gleich zweimal. Der Parcours wurde nicht vernünftig erklärt. Kim verdient in dieser Sache der Fairness-Sonderpreis, war sie doch die Einzige, die das Ei auf dem Löffel nicht mit dem Daumen festgehalten hat. Wohl auch deswegen sprang sie galant wie eine Waldfee über die Hindernisse. Laura und Kim mussten sich mit dem 5. Platz abfinden. Das hatte maßgeblich zwei Gründe. Erstens: besagte einwandfreie Regelauslegung „Kein Daumen auf dem Ei“. Zweitens: Pia (ebenfalls auf „Xerenos“) und Lisa „watt kann die rennen!“ Bärenfänger waren als letzte dran.

Lisa Bärenfänger mit einem Daumen auf dem Ei
Lisa Bärenfänger mit einem Daumen auf dem Ei

Nachdem Pia kontrolliert den Parcours erledigt hatte, ballerte Lisa mit einem Affenzahn über die Hindernisse, dass den Zuschauern der Sand heute noch zwischen den Zähnen knirscht. Es geht das Gerücht, dass sich die Lufttemperatur im Großraum Elisabethfehn reibungsbedingt um durchschnittlich 2 Grad Celsius erhöhte.

In diesem Sinne bleibt nur noch eines zu sagen: „Liebe Anne, thanks for the great horses!“ 🙂

Laura Dahlhaus mit der Ausbeute des Tages
Laura Dahlhaus mit der Ausbeute des Tages